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Why VCs Buy in Europe and Sell in the US

Daniel Keiper-Knorr Founding Partner, Speedinvest

Daniel Keiper-Knorr is a Founding Partner at Speedinvest, where he leads fundraising and LP relations. A conversation, held in German and translated here, about venture capital in Europe and the US, and why exits so often cross the Atlantic.

  • Veröffentlicht 16.05.2024
  • Länge 39:29
  • Investor
  • Aufgenommen auf Deutsch
// Die Kurzversion
  • Keiper-Knorr argumentiert, dass Europa pro Kopf nur etwa ein Achtel des US-Wagniskapitals investiert, obwohl die europäische Wirtschaft größer ist und mehr, im Schnitt mindestens gleich gut ausgebildete Technologieabsolventen hat. Die Lücke ist ein Kapitalproblem, kein Talentproblem.
  • Die Arbitrage existiert wirklich: früh und günstig in Europa kaufen, in der späten Phase in den USA verkaufen. Keiper-Knorr zufolge fehlt Europa vor allem das Wachstumskapital für die späten Runden bis zur Börsenreife, deshalb wandern die besten Firmen ab.
  • Beim Pensionssystem rechnet Keiper-Knorr vor: 10.000 Euro für jedes Neugeborene in Österreich, breit angelegt bis zum Pensionsantritt, ergeben inflationsbereinigt rund eine Million Euro. “Pensionsproblem gelöst.” Verlass dich trotzdem nicht auf den Staat: Sorg früh selbst vor, dann reichen vergleichsweise kleine Beträge.
  • Frühphasen-VC heißt lange Feedback-Loops: 6 bis 8 von 10 Investments liefern keinen relevanten Ergebnisbeitrag, und ob ein Fonds wirklich gut ist, weißt du erst nach einem Jahrzehnt. Speedinvest ist nach 13 Jahren in der vierten Fonds-Generation (Stand der Aufnahme: Mai 2024).
  • Eigenkapital war laut Keiper-Knorr historisch immer der echte Wachstumstreiber, nie der Kredit. Staatliche Förderprogramme können das ergänzen, aber nicht ersetzen; der innere Antrieb muss das unternehmerische Gewinnmotiv sein.
Why VCs Buy in Europe and Sell in the US: podcast episode with Daniel Keiper-Knorr, Founding Partner, Speedinvest

Intro

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Kevin Hallo zusammen, heute bei Wavect mit Daniel Keiper-Knorr, dem Managing Partner von Speedinvest. Und wir werden vor allem über die unterschiedlichen Funding Landscapes zwischen USA, Europa, aber auch ein bisschen über Afrika und Asien sprechen und warum sich die auch unter Umständen ein bisschen unterscheiden, oder nicht nur ein bisschen, wie wir dann auch später hören werden, und was das im Endeffekt für uns gesellschaftlich auch vielleicht bedeutet und warum dem Ganzen auch so ist. Also ultra spannender und tiefgehender Podcast, ich habe ihn sehr genossen und ich bin überzeugt, ihr auch.

Kevin Servus Daniel, nochmal danke, dass du dir Zeit genommen hast, heute mit mir zu sprechen. Ich würde mal direkt mit der ersten Frage reinstarten.

Europäischer Markt vs. amerikanischer Markt

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Kevin Ich habe vor ein paar Wochen einen ziemlich spannenden Post gesehen, wo zwischen EU- und US-Startups eigentlich, Dealflow und so weiter, also dass man vor allem in der EU an sich ja ganz gut die Startups aufkaufen kann und dann in den USA so eine Arbitrage-Opportunity sieht, dass man die dann dort auch wieder verkauft. Und dass du darunter kommentiert und das mit so einem, wenn ich das richtig ausdrücken darf, so einem Smiley unterzeichnet hast, dass das an sich ja wirklich stimmt, dass da so ein bisschen ein Trend da ist. Und da hätte ich jetzt gerne mal so deine allgemeine Perspektive dazu. Ja, wie du die zwei Märkte siehst, wie die miteinander interagieren und wie ihr das eventuell auch selbst für euch nutzt.

Daniel Ja, sehr gerne, sehr gerne, Kevin, vielen Dank für die Einladung und grüß Gott auch von meiner Stelle hier. Das, was du ansprichst, ist tatsächlich ein Thema, das einige Leute in der europäischen Venture-Industrie und somit auch uns hier bei Speedinvest sehr umtreibt: ganz einfach die Tatsache, dass es in Europa zu wenig Kapital gibt. Für diese ganzen Investitionsgelegenheiten, für auch die Lösung der großen Aufgaben, vor denen wir stehen, denken wir nur an wirklich die ganz großen Themen wie Klimawandel, Demografie, De-Globalisierung und, und, und. Technologie, Innovation und Unternehmertum werden einen sehr, sehr großen Beitrag zur Lösung dieser Aufgaben, die sich in der ganzen Welt und in Europa auch stellen, beitragen können. Dafür braucht es nicht nur, aber auch Kapital.

Daniel Und davon ist tatsächlich in Europa zu wenig vorhanden. Da mag es jetzt vielerlei Gründe geben dafür. Das kann man vom ganz Großen ins ganz Kleine hinunterdeklinieren. Wenn man jetzt also die beiden großen westlichen Hemisphären, wenn man das so sagen kann, USA und Europa oder Nordamerika und Europa, direkt vergleicht: Jetzt sind die beiden Volkswirtschaften ähnlich groß. Europa ist sogar größer. Europa hat eine halbe Milliarde Menschen. Die USA sind irgendwie bei 350 Millionen plus, 80 Millionen Kanadier dazu und ein paar Mexikaner. Das ist also ungefähr gleich groß. Mit einem in einer ähnlichen Gewichtsklasse angesiedelten durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Aber die Kapitalmärkte sind diametral anders strukturiert.

Daniel Jetzt den kleinen Bereich Wagniskapital daraus herausgegriffen: Da wird in den USA etwa acht- bis zehnmal so viel pro Kopf in diesen Bereich investiert wie in Europa. Das ist jetzt ein Markt, der von sehr vielen Eigenheiten geprägt ist. Der ist von großen Ausfallsquoten geprägt, insbesondere in der Frühphase, in der ja auch Speedinvest aktiv ist. Sehr, sehr große Ausfallsquoten. Das heißt, man muss sehr viele Investments tätigen, das Portfolio breit diversifizieren, um eine Chance zu haben, dann auch eines der wenigen wirklich großen Startups früh genug zu erwischen, um von diesem wirklich sehr, sehr großen Wertsteigerungspotenzial, das da drinsteckt, profitieren zu können. Und dafür braucht es eben Kapital.

Daniel Jetzt ist Europa strukturell risikoaverser als die USA. Das reicht bis hinein in ganz, ganz grundlegende kulturelle Unterschiede. Die werden wir jetzt in den nächsten 10, 20, 30 Jahren nicht komplett aushebeln oder aufholen. Aber irgendwann müssen wir in Europa beginnen, ein bisschen wieder zukunftszuversichtlicher zu investieren, als immer nur Immobilien zu kaufen, die ganz genau nichts produzieren, kaum Arbeitsplätze schaffen, geschweige denn zur Innovation von Wirtschaft und Gesellschaft irgendwas beitragen. Oder, noch schlimmer, aufs Sparbuch zu legen. Klingt ja so nett, Sparbuch, ist aber de facto nichts anderes, als dass du der Bank Geld borgst, anstatt es in ein Unternehmen zu investieren. Und das sind epochale Änderungen, die man da anstreben muss.

Daniel Da können wir nur versuchen, unseren kleinen Teil dazu beizutragen und auch auf die Chancen hinzuweisen, die sich da in Europa bieten. Also wir haben mehr Technologieabsolventen als die USA. Die sind im Durchschnitt auch besser ausgebildet als die in den USA. Die sind im Regelfall auch in den frühen Phasen günstiger zu bekommen als in den USA. Also unsere Wirtschaft ist größer, der Talente-Pool ist größer, er ist im Schnitt wenigstens gleich gut. Aber wir investieren nur ein Achtel. Und da muss man sich die Frage stellen: Warum? Jetzt kann man natürlich am Anfang investieren. Aber der tatsächliche Gap, wenn man so will, zu den USA tut sich in den späteren Phasen auf, das ist wirklich im Wachstumskapital, wo dann einzelne Unternehmen auch Finanzierungsrunden von ein paar hundert Millionen, oder eben nicht Euro, sondern eben Dollar, machen, um dann irgendwann später an die Börse zu gehen und mit einem erfolgreichen IPO das Risiko, das die Unternehmer und die Frühphasen-Investoren eingegangen sind, zu belohnen.

Daniel Und jetzt wandert eben diese These durch den Markt: Dann wäre es doch am schlauesten, wenn man früh in Europa investiert, also von diesem Preis- und Mengenvorteil in Europa profitiert, um dann das Unternehmen, wenn es entwickelt ist, in der späten Phase in den USA weiterzuverkaufen. Und das ist natürlich das, was du eingangs auch angesprochen hast mit dieser Arbitragegelegenheit. Die gibt es tatsächlich, ja, die gibt es tatsächlich. Allein die großen sieben Technologiefirmen, die den amerikanischen Aktienmarkt dominieren, kaufen im Wochentakt kleinere und kleine Startups, darunter auch europäische. Das sind Nachrichten, die selten bis kaum überhaupt an die mediale Öffentlichkeit gelangen. Es gab jetzt durchaus auch aus Österreich heraus sehr, sehr spektakuläre Erfolgsfälle. Wirklich schöne Erfolgsgeschichten, aber es sind einfach nur so wenige. Also aus dem großen Pool von Unternehmen, die jedes Jahr an den Start gehen, schaffen es halt nun mal nur sehr wenige nach oben.

Daniel Und es wäre schön zu sehen, wenn das späterphasige Risikokapital auch aus Europa kommt und einen Beitrag leisten könnte, dass diese Unternehmen dann eben nicht in die USA abwandern. Letztlich darf man dem Unternehmer auch keinen Vorwurf machen. Der geht dorthin, wo er für sein Unternehmen, und das ist das, wofür er verantwortlich ist, für nichts anderes, die besten Voraussetzungen findet. Und wenn das in den USA ist, dann darf niemand darüber lamentieren, der hier selbst nicht investiert, aber dann darüber lamentiert, dass die Firmen in die USA abwandern. Das ist natürlich kein Beitrag zur Lösung. Da muss man einfach den Gedanken hier weiter hinaustragen und der breiteren Öffentlichkeit zu Bewusstsein bringen, dass es sehr, sehr gute Opportunitäten, Chancen und Gelegenheiten hier in Europa gibt, die es absolut verdienen würden, auch mit europäischem Kapital bis zur tatsächlichen Börsenreife gebracht zu werden.

Wie weit liegt Europa hinter den USA zurück?

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Kevin Das klingt so ein bisschen wie ein Henne-Ei-Problem, oder? Also es ist im Endeffekt wie wenn du eine Plattform aufbaust, du brauchst beide Seiten. Zum einen brauchst du das Wagniskapital, wo ja, wie du schon gesagt hast, nur ein Achtel der Menge hier in Europa auch ankommt, sage ich jetzt mal. Und auf der anderen Seite brauchst du natürlich auch die gleiche Qualität an Innovation innerhalb von Europa. Und hier stelle ich mir die Frage: Ist das schon der Fall oder sind wir hier noch weit, deiner Meinung nach, weg?

Daniel Wir sind weit weg. Es exakt zu messen, ist schwierig bis unmöglich. Aber es wird gemeinhin verstanden, dass wir noch sehr, sehr weit weg sind von den USA. Wenn man das jetzt versucht, auf einer Zeitschiene zu messen, da sind wir sicherlich 50 Jahre hinten. Das mag jetzt viele Gründe haben. Das hat sicherlich auch was mit dem Verlauf des vergangenen Jahrhunderts zu tun in Europa. Da sind große Reiche und Imperien zusammengebrochen. Da haben zwei Weltkriege stattgefunden. Das ist alles in Europa passiert. In Amerika ist das nie passiert. Der letzte Krieg, den die hatten, war der Bürgerkrieg. 1870, wann war das? Ende 19. Jahrhundert. Und davor der Sezessionskrieg, Ende 18. Jahrhundert. Aber seither kein Krieg am amerikanischen Boden. Sowas hilft natürlich. Wir sind sicherlich sehr weit weg. Aber mit Warten wird der Abstand nicht kleiner. Irgendwann muss man anfangen, die Gelegenheiten und die eigenen Entwicklungen selbst in die Hand zu nehmen.

Daniel Henne-Ei-Problem hast du angesprochen. Das stimmt sicherlich, gar keine Frage. Aber tatsächlich, das hat jeder Markt. Das Henne-Ei-Problem ist eines der ganz zentralen Merkmale eines Marktes. Jeder Markt hat ein Henne-Ei-Problem. Entweder ist zuerst die Nachfrage da oder zuerst das Angebot. Und die beiden Seiten, wenn es wirklich funktioniert, führen dazu, dass die jeweils andere Seite über die Zeit wächst. Und die Angebote, die wir haben, werden immer größer. Das Angebot zieht mehr Nachfrage an, mehr Nachfrage zieht mehr Angebot an und so weiter. Dieses Henne-Ei-Problem, oder auf Englisch das Cold-Start-Problem, das ist jedem Marktplatz anheim. Und da gibt es Lösungen dafür. Irgendwann ist für jeden Markt die End-Boss-Nachfrage der private Konsum. Weil du und ich und wir alle hier, die da zuhören und zuschauen, wir leben. Leben heißt konsumieren. Das wird jetzt vielleicht ein bisschen philosophisch, aber tatsächlich, so ist es.

Daniel Und wer lebt, muss essen, und da geht die Maslowsche Bedürfnispyramide hinauf und franst sich an den Rändern und an den Kanten immer weiter aus. Aber ganz am Ende ist es der private Konsum, der alles antreibt. Und Wachstum heißt Konsum. Das muss man auch wissen. Ohne Wachstum kein Konsum und umgekehrt. Auch das wird am Ende alles hinauslaufen, auch in die vermeintlich entfernten B2B-Marktplätze oder bis hin zu einem Kapitalmarkt. Weil wir alle werden älter, und die Gesellschaft hat ein Altersarmutsproblem. Und dem könnte man beikommen, wenn man früh genug beginnen würde, Kapital zur Seite zu legen und anzulegen. Und sich nicht darauf verlassen, dass die immer weniger werdenden Arbeitnehmer im Land, die mit immer kürzeren Lebensarbeitszeiten einen immer größeren Pool von Anspruchsberechtigten zu versorgen haben.

Daniel Das kann man durchrechnen. Neulich war in der politischen Diskussion die Idee da, dass jeder 18-Jährige irgendwie 25.000 Euro geschenkt bekommt. Da muss man sich schon fragen: Warum erst jeder 18-Jährige und warum ausgerechnet 25.000? Wenn man jedem Neugeborenen in Österreich, und es kommen jedes Jahr so circa 80.000 Menschen auf die Welt in unserem Land, 10.000 Euro gibt, dann würde das 800 Millionen kosten jedes Jahr. Das ist ein Bruchteil dessen, was wir an Steuergeld ins Pensionssystem einzahlen. Wenn diese 10.000 Euro über die Jahre bis zum gesetzlich regulären Pensionsantritt angelegt werden, wird daraus, selbst wenn man nur breit in den S&P 500 investiert, 1 Million Euro, inflationsbereinigt. Pensionsproblem gelöst. Und die Nachfrage ist da. Die Leute, die Gesellschaft muss versorgt werden. Da ist es absolut notwendig, darüber nachzudenken, wie man das mit anderen Lösungen als bisher bewerkstelligen kann. Nicht jetzt als kompletter Ersatz, aber zumindest mal als zusätzliche Lösung beginnen.

Unterschiede der Märkte: USA, Asien, Afrika

Diesen Teil ansehen · 15:58

Kevin Das sind ein paar sehr, sehr spannende Sachen. Ich würde jetzt nochmal gerne auf diesen internationalen Aspekt, vor allem wenn du jetzt als VC investierst, ein bisschen auf die Unterschiede der Märkte eingehen. Europa haben wir jetzt eh schon ein bisschen beleuchtet, diese Zurückhaltung, Risiko und auch Innovation selbst. USA ist da natürlich, da ist es schon ein bisschen besser, wie du schon gesagt hast, sehr weit vorne. Meine These als Nicht-VC, als Laie ist jetzt: Die USA sind ja ganz, ganz viel auf Pump. Die haben einen enormen Schuldenberg. Und da kommt es ja nicht durch das eigentliche Wirtschaftswachstum. Hingegen in gewissen Staaten in Asien schon, oder in Afrika oder wie auch immer, so rein prozentual gesehen. Wie siehst du das? Oder habe ich jetzt einen Blödsinn erzählt?

Daniel Ich glaube nicht, dass das Unfug war, was du gesagt hast. Das stimmt natürlich. In den USA, also gerade das öffentliche Defizit ist sehr, sehr groß. Man muss aber auch sagen, die USA übernehmen auch eine Menge Aufgaben, die wir in den letzten vielen Jahrzehnten relativ nonchalant an die USA einfach ausgelagert haben. Verteidigung ist noch ein Thema. Klar, die machen andere Dinge anders als wir. Zumindest bis vor kurzem war es so, was Klimaerwärmung und Umweltschutz betrifft, anders. Aber wenn die USA dann mal was machen, dann machen sie es mit der großen Kelle. Wie jetzt diesen Inflation Reduction Act, der eigentlich in erster Linie für ein Homeshoring und eine grüne Transformation der Industrie da ist. Und man verleiht dem ganzen Wirtschaftswesen einen enormen Schub. Und das fehlt in Europa einfach.

Daniel Wie das jetzt in Asien ist, muss ich dann selbst sagen, da fehlt mir der Einblick, weil China ist eine ganz große Black Box. Weiß niemand, was da genau passiert. Die anderen Staaten sind auch wichtig, aber die entwickelten Staaten sind [unverständlich], weil Japan, Korea noch nicht so groß. Die anderen sind in der Entwicklungskurve noch zu weit hinten. Afrika hast du auch angesprochen, natürlich. Afrika ist per se mal eine ganz, ganz große Chance auch. Riesengroßer Kontinent, enorm reich an Rohstoffen, auch Rohstoffen, die erst richtig wichtig werden. Auch im Zug des ganzen Raus aus fossilen Brennstoffen, rein in, ich sage jetzt bewusst nicht Elektro, andere Formen des Antriebs. Da sind die Chancen sicher riesengroß, aber eben in der Entwicklung wahrscheinlich wirtschaftlich noch etwas hinterher.

Daniel Auf der anderen Seite: In Afrika sind fast eineinhalb Milliarden Menschen, und der Durchschnitt ist irgendwie keine 30 Jahre alt. Mit solchen Bevölkerungspyramiden, um das Thema jetzt zu der Diskussion Pensionssystem zu schließen, funktioniert das Pensionssystem, das wir haben. Aber unsere Bevölkerungspyramide ist eben schon lange keine Pyramide mehr, sondern wird mit jedem Jahr mehr eine nach oben ausladende Blumenvase, wo sich das unten immer weiter verjüngt. Die, die auf Basis des gegenwärtigen Systems in das Pensionssystem einzahlen, und die, die oben daraus Unterstützung bekommen: Es kommen jedes Jahr mehr nach, die, die drin sind, leben länger, und sie arbeiten kürzer.

Kevin Meinst du jetzt vor allem durch das Schulsystem, oder?

Daniel Ja, Schulsystem, oder Studium und Co. Naja, also die Lebenserwartung wächst, glaube ich, mittlerweile irgendwie so fast jedes Jahr um ein Jahr, oder jedes Jahrzehnt um ein Jahr. Das Pensionsantrittsalter, 65 und 60, wurde jetzt, glaube ich, unlängst beide Male auf 65 angeglichen, stammt aus einer Zeit, wo die Leute nicht 82 wurden, sondern 72. Jetzt im Schnitt kommen da zehn Jahre dazu, aber es geht ja kaum jemand zum Regelpensionsalter in Pension, das durchschnittliche Pensionsalter liegt ja deutlich darunter. Das heißt, sie gehen früher und bleiben länger drin. Nicht nur, weil sie früher gehen, sondern auch, weil sie hinten, und das wünsche ich ja auch jedem Einzelnen, ehrlich, länger leben. Aber die Zeit, die ein durchschnittlicher Österreicher in der Pension verbringt, sind bald 30 Jahre. Also, wann fängt man an zu arbeiten? Irgendwann die Ersten mit 16, die Spätesten irgendwie mit 30, und gehen dann aber mit 55. Da arbeitet der eine 25 und der andere 40 Jahre, und beide sind jeweils 30 Jahre in Pension. Das kann nicht aufgehen.

Wird es noch ein Pensionssystem geben?

Diesen Teil ansehen · 21:41

Kevin Zumindest, wenn ich so in meinen Umkreis schaue, ist es eigentlich ziemlich jedem bekannt. Also ich glaube zum Beispiel nicht mehr daran, dass das Pensionssystem in der Form, oder überhaupt, dass es da irgendwas gibt, was mich da im Alter auffängt.

Daniel Das Problem ist: Jeder Einzelne in unserer Generation muss jetzt schon beginnen, selbst vorzusorgen. Das gibt keinen Ausweg. Und wenn man früh genug anfängt, dann geht es auch mit vergleichsweise kleinen Beträgen. Ja, es spielen wie so oft viele... Und der ganze Bereich Wagniskapital, Venture Capital, Startup-Finanzierungen, vorbörslicher Kapitalmarkt und Unternehmensfinanzierung spielen eine ganz wesentliche Rolle. Also wir haben bei uns in der Speedinvest auch: Ein guter Teil des Kapitals, das wir zur Verfügung haben, um in Startups zu investieren, kommt tatsächlich von Versicherungen und Pensionskassen. Aber erst seit jüngster Zeit. Wir haben da auch zehn Jahre gebraucht, um uns im Markt diese Position und diese Reputation zu erarbeiten, dass wir für diese Investoren als Partner in Frage kommen.

Daniel Also es tut sich gottlob was, aber eben im direkten Vergleich, und jetzt wieder, um den Kreis zu schließen zum Eingang vom Gespräch: Der Unterschied zwischen Europa und den USA, was dieses Thema betrifft, ist immer noch gewaltig. Der ist auch innerhalb von Europa unterschiedlich. Also das österreichische und das deutsche Pensionssystem ist da zum Beispiel anders aufgesetzt als die skandinavischen oder Niederlande oder England. Da gibt es schon auch messbare regionale Unterschiede. Das heißt, insofern: Europa jetzt über einen Kamm zu scheren, kann so einem großen Kontinent mit 500 Millionen Menschen niemals gerecht werden. Aber um auf ein paar Themen hinzuweisen, muss man sich hin und wieder einer gewissen Simplifizierung bedienen.

Kevin Genau, so lernt man ja natürlich.

Lebenszyklus einer Weltmacht

Diesen Teil ansehen · 24:35

Kevin Jetzt weiß ich nicht, ob dir diese Kurve bekannt ist, aber ich werfe es jetzt mal in den Raum. Ray Dalio hat da ja mal ein Buch geschrieben und ein Video rausgebracht über How to Deal with the Changing World Order. Bin mir nicht sicher, ob du das kennst.

Daniel Also ich sage jetzt nein. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass er sich dazu geäußert hat, weil er äußert sich zu sehr vielen Dingen, sehr vielen wichtigen Dingen. Aber bitte, was sagt er mit der Kurve?

Kevin Ich kann das jetzt natürlich nur laienhaft wiedergeben. Es ist jetzt auch schon wieder ein Jahr her, wo ich es geschaut habe. Jedenfalls, ganz vereinfacht gesagt, gibt es da immer so eine Kurve, einen Lebenszyklus einer Weltmacht. Am Anfang ist halt die Arbeit billig, und dann kommt Innovation, Education rein und die ganzen Geschichten. Und das Imperium strebt auf. Alles geht nach oben, alles ist super. Die Währung wird immer stärker und stärker. Es passt alles. Also alles halt, was die Nation mit nach oben bewegt. Viel wird exportiert natürlich, weil die Arbeit ist billig und so weiter. Aber irgendwann kommt der Punkt, wo die Menschen merken: Okay, ich muss nicht mehr zu diesen Preisen arbeiten. Also man sieht das auch so ein bisschen gefühlt bei China und so weiter, wenn man nach Asien sieht. Auch so dieser Branding-Shift von Made in China zu Made by China und so weiter und so fort. Dass es jetzt in Richtung Qualität gehen soll, dass die Löhne nach oben gehen. Ich kenne mittlerweile auch einige Inder, die unglaublich kompetent sind und ziemlich gut verdienen, vor allem auch für da drüben.

Kevin Und das im Endeffekt ist so eine Art Zyklus. Und ganz on top gibt es dann irgendwann diesen Tipping Point, wo die nächste Nation daherkommt, und Arbeiten sind wieder günstiger und so weiter und so fort, und Education. Und das geht so seinen gewohnten Gang. Und ich denke mir halt einfach nur, das ist natürlich ein ganz, ganz, ganz Big Picture. Also da reden wir ja wirklich von 50- bis 100-Jahres-Zyklen oder länger. Und da spielen so viele Faktoren mit. Aber die USA und Europa, gefühlt, jetzt natürlich nur auf dieser VC-Landscape, sage ich jetzt mal: Ist das etwas, was ihr da so irgendwie am Schirm habt, wo ihr sagt, als Kontinent, als Länder selbst, man möchte immer mit dem Markt schwimmen und nicht gegen den Markt? Und der gesamte Markt ist vielleicht ein bisschen wie wenn man gegen einen schwimmt. Ist das etwas, was man da mit einbezieht? Oder sagt man, das ist unser Markt?

Daniel Gute Frage. Gar nicht so leicht zu beantworten. Also Dalio hat sicherlich recht mit dem, was er sagt. Also dieses Phänomen Aufstieg und Fall von Nationen, Reichen, auch großen Unternehmen. Ich glaube, das ist verstanden, dass es dieses Phänomen gibt. Das lässt sich vielleicht ein bisschen abstrahieren, ganz allgemein auf Organisationen. Ob das jetzt ein Land, eine Nation, ein Reich, ein großes Unternehmen ist, ist fast sekundär. Ich glaube, das ist ein Phänomen, das einfach die Lebenskurve von Organisationen beschreibt. Tatsächlich kommt es dann darauf an, oben in der Reifephase sich regelmäßig schonend neu zu erfinden.

Daniel Ob man das jetzt auf den Wettbewerb zwischen den USA und Europa im Venture-Capital-Markt umlegen möchte? Da kann man erst mal fragen: Gibt es diesen Wettbewerb als solchen überhaupt? Wahrscheinlich schon. Wobei, es gibt hier keinen nach irgendwelchen Regeln ausgerufenen Wettbewerb. Sondern es geht darum, für die beiden wesentlichen Anspruchsgruppen, denen ein Venture-Fonds gegenüber verantwortlich ist, das sind auf der einen Seite seine Geldgeber und auf der anderen Seite die Leute, die ihm, oder die Unternehmen, die ihm seine Beteiligung geben. Das ist so dieses innere Dreieck. Um die beiden Anspruchsgruppen geht es. Und die muss ein Fonds bestmöglich laufend bedienen, um selbst eine Daseinsberechtigung zu haben.

Daniel Und jetzt ist es im Venture Capital, insbesondere in der Frühphase im Venture Capital, ja so: Das hat enorm lange Antwortzyklen. Wenn wir in ein Startup investieren im Jahr X, dann wissen wir erst im Jahr X plus 8 oder X plus 10, ob das jetzt ein Erfolg wird oder nicht. Und wenn ja, wie groß er wird. Man weiß eher rasch, dass es kein Erfolg wird, als dass man weiß, dass es ein Erfolg wird. Wenn man ohnehin mit sehr großen Ausfallsquoten rechnen muss: 6 bis 8 von 10 liefern keinen oder nur einen unterkritischen Ergebnisbeitrag. Und 2 von 10 liefern was Materielles, und eines von 10, oder vielleicht ist die Prozentquote noch geringer, ein richtig großes Ergebnis, das dann den Venture-Fonds als solchen funktionieren lässt und sicherstellt, dass der in die nächste Generation kommt.

Daniel Das ist auch bei uns so. Wir machen das jetzt seit 13 Jahren. Wir sind jetzt in der vierten Fonds-Generation. Also so ungefähr jedes dritte, vierte Jahr haben wir einen neuen Venture-Fonds im Markt. Und da geht es auch um Kreisläufe. Das Geld, das im ersten Fonds von den Investoren aufgenommen wurde, wurde ins Portfolio investiert, wurde durch erfolgreiche Portfolio-Verkäufe an die Investoren zurückgegeben, die dann wiederum in den nächsten Fonds investieren, wo das Rad dann wieder von neuem beginnt. Und das Geld, das rauskommt, geht in den übernächsten Fonds hinein, dreht sich einmal rundum, wird dann natürlich immer größer. Da muss man auch ein bisschen mit dem Markt mitwachsen. Aber bis wir wissen, ob wir wirklich gut sind in dem, was wir tun, da vergeht ein Jahrzehnt. Und auf so lange Feedback-Loops muss man sich halt einstellen.

Ernesto, das Web3 Card Game

Diesen Teil ansehen · 31:50

Kevin [unverständlich] Also es ist wirklich eine super lustige Art, sich mit dem Raum zu beschäftigen und tatsächlich zu verstehen, wie es funktioniert. Also würde es mich wirklich freuen, wenn ihr es schaut. Natürlich haben wir damit ein bisschen Geld verdient. Aber jeder Cent, jeder Dollar geht direkt in die Web3-Workshops, die wir für Kinder machen. Wir hatten gerade einen in Bangkok im November. Ich hoffe, ihr mögt es. Und wenn ihr Feedback habt, lasst es bitte unten.

Schnellere Learnings durch verkürzte Feedback-Loops?

Diesen Teil ansehen · 32:50

Kevin Diese Feedback-Loops künstlich kürzer zu machen, dass ihr schneller Learnings rauszieht?

Daniel Naja, am Ende des Tages geht es darum: ein Euro hinein, mehr als einer, drei bis fünf, fünf bis acht Euro hinaus. Alles, was wir tun, ist tatsächlich Mittel zum Zweck. Klar versucht man, früher Learnings zu ziehen aus eben Startups, die scheitern. Warum ist das passiert? War das in unserer Sphäre begründet? War das in deren Sphäre begründet? Haben wir bei der Due Diligence was übersehen? Haben wir nichts übersehen, aber es haben sich nachher Entwicklungen eingestellt, die so in ihrer Art nicht vorhersehbar waren, und hat das dann letztlich zum Scheitern geführt? Genauso wie es manchmal aber auch unerklärlich ist, warum auf einmal ein Startup Erfolg hat. Weil der am Anfang mit der grundlegenden Idee ein bisschen zu früh dran war und auf einmal dann lang genug ausgehalten hat, um dann ein Angebot zu haben, das im Markt auf seine Nachfrage trifft. Und dann kann es aber auch mit dem Erfolg sehr, sehr schnell gehen. Dann stellen sich jährliche, ein paar hundertprozentige Wachstumsraten im Umsatz ein. Dann kommt auf einmal das Investoreninteresse aus dem Markt. Dann wird Geld angeboten zu investieren, und dann kann man auf einen sehr, sehr schnellen, sehr steilen Wachstumspfad gehen. Feedback-Loops auf dem Weg nach oben gibt es in allen Längen und in allen Intensitäten.

Kevin Braucht man natürlich ja irgendwo auch, oder? Weil sonst zehn Jahre warten, hier ist Geld...

Daniel Ja, zehn Jahre warten vor einer Black Box, ich glaube, das hält keiner aus.

3 Key Takeaways

Diesen Teil ansehen · 34:45

Kevin Superspannend. Ja, also Daniel, ich sage mal auf jeden Fall ein riesengroßes Danke von meiner Seite.

Daniel Gerne, gerne, gerne.

Kevin Was sind so Dinge, wo du sagst, das möchtest du, dass Leute aus diesem Podcast vielleicht für sich selber mitnehmen, oder wenn sie selbst ein Startup machen, oder nehmen wir mal an, jemand vom Private Equity schaut vielleicht zu. Was sind so Dinge, wo du glaubst, das könnte hilfreich sein?

Daniel Also eben, ich möchte anschließen an das, was wir anfangs besprochen haben: dass es einfach in der Wirtschaft und noch weiter draußen in der Gesellschaft verstanden wird, wie notwendig Investitionen, Eigenkapitalinvestitionen in allererster Linie, in diese ganzen Themen Technologie, Innovation und Unternehmertum sind. Das kann tatsächlich durch nichts ersetzt werden. Kein staatliches Förderprogramm kann diese Qualität ersetzen. Die können einen Beitrag leisten, der sehr willkommen ist, den ich nicht missen möchte, aber ein vollumfänglicher Ersatz dafür ist es nicht.

Daniel Der innere Antrieb muss immer tatsächlich das unternehmerische Gewinnmotiv sein. Und die ganzen großen Probleme, Verlangsamung, Aufhalten, wenn überhaupt noch möglich, Umkehr des Klimawandels, der menschenverschuldete Klimawandel, das geht nur durch Innovation, Technologie und Unternehmertum. Ohne das wird es nicht gehen. Man kann mit Gesetzen und meistens Verboten das ein bisschen eindämmen. Man kann den Leuten anschaffen, dass sie ihre Gasheizung austauschen müssen. Aber da müssen Widerstände überwunden werden. Tatsächlich durch Technologie und Innovation neue Lösungen zu schaffen, die dann tatsächlich mit einer Verbesserung der persönlichen und wirtschaftlichen Umstände des Einzelnen verbunden sind, dann nehmen es die Menschen nämlich gerne an. Und wenn ich einen Wunsch äußern darf, dann den, dass es in der Gesellschaft verstanden wird, wie wichtig das ist.

Kevin Nicht umsonst gibt es da ein paar ziemlich coole Startups auch in Österreich, die tatsächlich entweder Tools oder auch Produkte zur Verfügung stellen, die absolut...

Daniel Absolut, gar keine Frage. Und zwar Weltklasse-Startups. Und umso eher würde es denen dienen, dass sie mit Eigenkapital ausgerüstet werden. Eigenkapital war historisch betrachtet immer der wirkliche Wachstumstreiber. Es war nie der Kredit. Es war immer das Eigenkapital. Ganz wurscht, wo man hinschaut: industrielle Revolution, noch weiter davor, es war immer das Eigenkapital. Das ist ja auch tatsächlich die einzige nachhaltige Finanzierungsform, wenn man diesen sehr strapazierten Begriff heute auch noch einmal loswerden will, ist das, glaube ich, noch nicht passiert. Also wenn man sich auf dem Kapitalmarkt nach Nachhaltigkeit umschaut, bleibt bald nur Eigenkapital über.

Kevin Absolut. Du kannst nicht Geld irgendwo reinstecken, und dann läuft es ein wenig, und dann wieder einen Teil des Lebens aus dem Unternehmen herausziehen. Daniel, super. Ich habe für mich sehr viel mitgenommen. Ich bin überzeugt, die Zuschauer auch. Und ich sage noch einmal ein riesengroßes Danke für deine Zeit.

Daniel Gerne, ebenfalls.

Kevin Wunderbar, vielen Dank.

Daniel Alles Gute.

Kevin Ich hoffe, ihr habt den Podcast genossen. Ernesto, wie immer, hat ihn geliebt. Er hat gar nicht einmal von seiner Schokolade abgebissen, er war so fokussiert auf die Session. Ich sage auf jeden Fall danke fürs Zuschauen. Wenn ihr Feedback für uns habt, bitte in den Kommentaren. Oder hinter dem Subscribe-Button, also bitte einfach einen Follow dalassen oder irgendwas in der Richtung. Das hilft uns wirklich sehr. Und ja, danke fürs Zuschauen.

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Fragen, die diese Folge beantwortet

Laut Daniel Keiper-Knorr sind beide Volkswirtschaften ähnlich groß, aber die Kapitalmärkte diametral anders strukturiert: In den USA wird pro Kopf etwa acht- bis zehnmal so viel Wagniskapital investiert. Europa ist strukturell risikoaverser; das Geld fließt eher in Immobilien und aufs Sparbuch statt in Unternehmen.
Die These: Früh in europäische Startups investieren und vom Preis- und Mengenvorteil profitieren, das entwickelte Unternehmen dann in der späten Phase in den USA weiterverkaufen. Keiper-Knorr bestätigt, dass es diese Arbitragegelegenheit tatsächlich gibt; die großen US-Technologiekonzerne kaufen im Wochentakt Startups, darunter auch europäische.
Exakt messen lässt sich das laut Keiper-Knorr nicht, aber auf einer Zeitschiene schätzt er rund 50 Jahre, unter anderem wegen der Kriege und Umbrüche des vergangenen Jahrhunderts in Europa. Sein Punkt: Mit Warten wird der Abstand nicht kleiner, irgendwann muss man anfangen.
Keiper-Knorr hält die Rechnung des aktuellen Systems für nicht aufgehend: Die Menschen gehen früher in Pension, leben länger und verbringen bald 30 Jahre in der Pension, während unten immer weniger Einzahler nachkommen. Seine Empfehlung: Fang früh an, selbst vorzusorgen, dann reichen auch vergleichsweise kleine Beträge.
Speedinvest macht das zum Zeitpunkt der Aufnahme (Mai 2024) seit 13 Jahren und ist in der vierten Fonds-Generation, ungefähr alle drei bis vier Jahre kommt ein neuer Fonds. Erfolgreiche Portfolio-Verkäufe geben Kapital an die Investoren zurück, die dann in den nächsten Fonds investieren. Ob ein Fonds wirklich gut ist, weiß man laut Keiper-Knorr erst nach etwa einem Jahrzehnt.

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