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Kevin Riedl

9 Min Lesezeit · 24. August 2026
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EU-Produkthaftung für Software: Checkliste für Engineering-Evidenz

Die neue EU-Produkthaftungsrichtlinie behandelt Software, einschließlich KI-Systemen und als Service bereitgestellter Software, ausdrücklich als Produkt. Sie gilt für Produkte, die nach dem 9. Dezember 2026 in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen werden. Teams sollten Nachweise zu Nutzung, Fehlgebrauch, Security, Tests, Releases, Incidents und Updates bewahren.

Haftung wird rechtlich beurteilt. Nutzt für Einzelfälle Rechtsberatung. Engineering sorgt dafür, dass die Produkthistorie erklärbar und auffindbar bleibt.

Was ändert sich für Softwareteams?

BereichSignal der RichtlinieZu bewahrende Evidenz
ProduktscopeSoftware ist ausdrücklich erfasstVersion, Anbieter, Deployment und Markt
FehlerbewertungSicherheit umfasst Cybersecurity und UpdatesThreat Models, Tests, Advisories und Update-Entscheidungen
OffenlegungGerichte können relevante Belege anordnenDurchsuchbare, verhältnismäßige Records

Was gehört in die Evidenzkette?

Verknüpft sicherheitsrelevante Anforderung, Implementierung, Verifikation, Release, Telemetrie und Korrektur. Die Belege zeigen, was das Team wusste, entschied, freigab und kommunizierte.

  • Datierte Annahmen zu Zweck, Nutzern, Umgebung und Fehlgebrauch.
  • Architekturentscheidungen, Threat Models, Hazard-Analyse, Rechte und Dependencies.
  • Reproduzierbare Tests, Reviews, Limits, Restrisiken und Freigaben.
  • Incidents, Tickets, Updates, Rollout, Hinweise und Supportende.

Wie viel Evidenz ist genug?

Mehr Logs sind nicht automatisch besser. Bewahrt entscheidungsfähige Evidenz mit Herkunft, Zugriff, Retention und Bezug zur ausgelieferten Version. Ein Data Lake aus Screenshots und veränderlichen Dashboards ist schwach und datenschutzriskant.

  • Immutable Build-IDs mit Source, Artifact, Dependencies, Config und Tests verknüpfen.
  • Begründung und Freigabe für Test-Waiver dokumentieren.
  • Eine Release-Rekonstruktion ohne Stammeswissen testen.

Welche Praxis senkt das Risiko?

Behandelt Wartung als Teil der Produktsicherheit: Fehler und Schwachstellen überwachen, betroffene Versionen bestimmen, Updates ausrollen, Adoption prüfen und Restrisiken kommunizieren.

  • Security- und Safety-Ownership über den Supportzeitraum festlegen.
  • Rollback-, Disable-, Kommunikations- und Preservation-Runbooks pflegen.
  • Dieselben Kontrollen auf relevante Modell-, Prompt-, Policy- und Datenänderungen anwenden.

30 Tage bis zur Evidenzbereitschaft

  1. Relevante Produkte, Deployments, Akteure und Releases erfassen.
  2. Für ein Release die Kette bis Produktion rekonstruieren.
  3. Lücken in Provenance, Tests, Freigaben, Incidents und Updates schließen.
  4. Retention, Legal Hold, Privacy und Export mit Legal definieren.
  5. Evidenz in CI/CD und Betrieb automatisch erfassen.
  6. Mock-Anfrage durchführen und personenabhängige Antworten beseitigen.

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Sinnvolle Service-Wege:

FAQ zur EU-Produkthaftung für Software

Erfasst die Richtlinie SaaS?
Die Produktdefinition umfasst Software. Die Erwägungsgründe nennen auch über Cloud-Dienste bereitgestellte Software wie SaaS.
Wann gelten die neuen Regeln?
Die nationalen Maßnahmen gelten für Produkte, die nach dem 9. Dezember 2026 in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen werden.
Ist freie Open-Source-Software ausgenommen?
Außerhalb kommerzieller Tätigkeit entwickelte oder gelieferte Software ist ausgenommen. Das konkrete Vertriebsmodell sollte rechtlich geprüft werden.
Verhindert Dokumentation Haftung?
Nein. Evidenz macht kein unsicheres Produkt sicher. Sie unterstützt diszipliniertes Engineering und eine korrekte Rekonstruktion.

Fazit

Die Antwort ist kein Legal-Memo neben dem Repository, sondern eine versionierte Evidenzkette aus normalem Delivery- und Wartungsbetrieb.

Primärquellen

  1. Richtlinie (EU) 2024/2853. Offizieller Text
  2. EU-Kommission zu fehlerhaften Produkten. Offizieller Überblick

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