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KI-Förderung Österreich 2026: Offene Calls, FFG und Prämie
Plane keine Förderung ein, nur weil die Programmseite noch online ist. Laut offizieller KMU.DIGITAL-Mitteilung ist das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 vollständig ausgeschöpft. Anträge für Beratung und Umsetzung sind nicht mehr möglich, und das Programm wird ab 2027 nicht fortgeführt. Die frühere Empfehlung, auf eine erneute Budgetöffnung zu warten, ist damit keine belastbare Planungsgrundlage mehr.
Dies ist eine redaktionelle Übersicht, keine Förderzusage, Steuerberatung oder vollständige Liste aller österreichischen Programme. Der Status wurde am 5. Oktober 2026 geprüft. Ein offenes Antragsfenster und die Förderfähigkeit deines Vorhabens sind zwei verschiedene Fragen. Ein Höchstbetrag begründet keinen Anspruch; Zuschuss, Darlehen und Steuergutschrift sind unterschiedliche Instrumente.
Programmstatus und Beträge: geprüft am 5. Oktober 2026
| Programm | Passendes Vorhaben | Veröffentlichte Unterstützung | Antragsstatus bei Prüfung |
|---|---|---|---|
| aws AI-Start: Green | Erstmalige nachhaltigkeitsbezogene KI-Umsetzung mit Kooperationspartner | Bis zu 50%, maximal EUR 15.000 | Geschlossen; laut offizieller Seite kein offener Call |
| aws AI-Adoption | Innovative vertrauenswürdige KI mit Regulierungs-, Normen- oder Zertifizierungsfokus | Je nach Beihilfenbasis bis 80%; experimentelle Entwicklung 25–45%; maximal EUR 150.000 | Seit 28. Februar 2025 geschlossen |
| FFG Basisprogramm 2026 | Experimentelle Entwicklung mit technischem Risiko und Verwertungspotenzial | In der Regel 50%, Startups bis 70%; bis EUR 3 Mio.; grundsätzlich Zuschuss-Darlehens-Mix | Anträge im Einreichfenster 2026 möglich |
| FFG Innovationsscheck 2026 | Förderfähige Leistungen einer Forschungseinrichtung für einen ersten Innovationsschritt | Bis 80%; EUR 10.000 Zuschuss bei EUR 12.500 förderfähigen Kosten | Anträge möglich; Forschungspartner erforderlich |
| FFG AI Ökosysteme 2026 | Kooperative industrielle Forschung zu Hybrid AI oder Green AI | EUR 100.000–1 Mio. pro Projekt; Call-Budget rund EUR 8,4 Mio. | Frist: 6. Oktober 2026, 12:00 Uhr, Europe/Vienna (MESZ, UTC+02:00) |
| Forschungsprämie | Begünstigte Forschung und experimentelle Entwicklung | 14% der förderfähigen jährlichen F&E-Aufwendungen | Steuerliches Verfahren, kein wettbewerblicher Call |
| KMU.DIGITAL 4.0 | Frühere Förderung von Beratung und Umsetzung | Keine neue Zusage aus dem ausgeschöpften Budget einplanen | Budget erschöpft; keine Anträge; ab 2027 keine Fortführung |
Klare Fristgrenze: AI Ökosysteme ist am Prüftag offen, nicht zeitlich unbegrenzt. Nach dem 6. Oktober 2026 um 12:00 Uhr Wiener Zeit darf dieser Call ohne offizielle Verlängerung oder Nachfolgeregelung nicht als offen behandelt werden. Ein neues Konsortium sollte nicht allein wegen der nahen Frist übereilt einreichen.
aws: Umsetzungsschiene, aber die genannten Calls sind geschlossen
AI-Start: Green betrifft eine erstmalige KI-Umsetzung mit Nachhaltigkeitsfokus und Umsetzungspartner. AI-Adoption betrifft innovative vertrauenswürdige KI mit Regulierungs- oder Normenfokus. Keines der Programme ist eine allgemeine Erstattung für den Kauf eines Assistenten-Abos. Beide offiziellen Seiten verlangen den Antrag vor Projektbeginn. Beginne nicht in der Erwartung, ein künftiger Call werde rückwirkend erstatten. Für neue Programme gelten deren eigene veröffentlichte Bedingungen.
FFG: Innovation und KI-Spitzenforschung unterscheiden
Das Basisprogramm unterstützt experimentelle Entwicklung, nicht ausschließlich das Training eines neuen Basismodells. Erkläre Neuheit, technische Unsicherheit, Methode, Ressourcen und wirtschaftliche Verwertung. Wissenschaftliche Kooperation ist dort möglich, aber nicht verpflichtend. Der Innovationsscheck setzt dagegen förderfähige Leistungen einer Forschungseinrichtung voraus. Eine gewöhnliche Agenturrechnung erfüllt diese Voraussetzung nicht automatisch.
AI Ökosysteme ist enger abgegrenzt: Der Call 2026 fördert kooperative industrielle Forschung, die Hybrid-AI- oder Green-AI-Kerntechnologien voranbringt. Laut FFG reichen die reine Anpassung vorhandener Modelle an einen Use Case, einen vertikalen Markt oder heterogene Daten nicht aus. Anträge müssen auf Englisch gestellt werden. Ein normaler RAG-Rollout sollte nicht als Spitzenforschung umetikettiert werden, um in den Call zu passen.
Forschungsprämie: 14% für begünstigte F&E
Die FFG beschreibt eine Forschungsprämie von 14% für begünstigte Forschung und experimentelle Entwicklung, auch für Unternehmen ohne Gewinn. Für eigenbetriebliche F&E beantragst du nach Abschluss des Wirtschaftsjahres das kostenlose FFG-Jahresgutachten über FinanzOnline und stellst separat den Prämienantrag beim Finanzamt. Über die Prämie entscheidet das Finanzamt. Ein FFG-Gutachten ist keine Förderzusage.
Die BMF-Information zur Forschungsprämienreform 2026 betrifft die steuerliche Bemessungsgrundlage, unmittelbare Investitionen und deren Nachhaltigkeits- und Korrekturregeln. Sie macht nicht jede marktnahe Softwareentwicklung zu begünstigter Forschung. Dokumentiere Erkenntnisziel und Unsicherheit und lasse die konkrete Kostenbasis steuerlich prüfen.
Förderungen kombinieren, ohne eine effektive Quote zu erfinden
Addiere nicht „80% Zuschuss plus 14% Prämie“ zu einer Werbequote. Ermittle die jeweils zulässige Kostenbasis, trenne rückzahlbare Finanzierung und kläre die Behandlung geförderter Aufwendungen sowie Beihilfenobergrenzen. Ordne jede Kostenposition dem passenden Projekt beziehungsweise der Phase zu und hole vor einer Kombination die Einschätzung von Förderstelle und Steuerberatung ein. Die Details behandelt unser Leitfaden zur Kombination von aws, FFG und Forschungsprämie.
Welche Schiene solltest du zuerst prüfen?
- Vorhandene KI-Werkzeuge einsetzen: Rechtfertige den Rollout durch seinen eigenen Nutzen. Geschlossene aws- oder KMU.DIGITAL-Budgets sind keine verfügbare Liquidität.
- Echte experimentelle Entwicklung: Besprich technische Unsicherheit und Finanzierungsstruktur mit dem FFG-Basisprogramm.
- Abgegrenztes Vorhaben mit Forschungspartner: Prüfe den Innovationsscheck und hole das Angebot einer geeigneten Forschungseinrichtung ein.
- Dokumentierte eigenbetriebliche F&E: Führe die Aufzeichnungen für die Forschungsprämie laufend, statt sie am Jahresende zu rekonstruieren.
- Budget 2027 planen: Schreibe KMU.DIGITAL nicht fort. Unangekündigte Nachfolgeprogramme sind unbekannt, nicht zugesagte Finanzierung.
Was vor verbindlichen Ausgaben vorliegen sollte
Bereite einen einseitigen Scope mit dem kleinsten sinnvollen Ergebnis vor, einen Kostenplan für Personal und Dritte, die technische Unsicherheit bei F&E, das geplante Startdatum, einen Nachweis der Eigenfinanzierung und eine verantwortliche Person für Antragsunterlagen. Kläre die programmspezifische Bedeutung von „Projektbeginn“ vor verbindlichen Bestellungen. Bewilligung, förderfähiger Beginn und Auszahlung sind getrennte Meilensteine.
Förderung soll Umsetzung unterstützen, nicht unnötigen Umfang vorgeben. Unser Leitfaden zur KI-Beratung in Österreich trennt Workshops und Rollouts von individuellen Entwicklungen. Der Leitfaden zur Agenturauswahl zeigt, wie du den Umsetzungspartner bewertest. Beides ist eine andere Entscheidung als die Wahl eines Förderprogramms.
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Welche KI-Förderungen sind in Österreich offen?
Öffnet KMU.DIGITAL 2027 wieder?
Kann ich noch KMU.DIGITAL-Beratung beantragen?
Ist das FFG-Basisprogramm ein Zuschuss von 50%?
Gibt der Innovationsscheck EUR 10.000 bei EUR 10.000 Kosten?
Ist ChatGPT-Nutzung oder ein RAG-System automatisch Forschung?
Kann ich jetzt starten und später beantragen?
Fazit
Die hilfreiche Förderlandkarte im Oktober 2026 besteht nicht aus vier verfügbaren Töpfen. Sie besteht aus offenen FFG-Schienen mit unterschiedlichen Forschungskriterien, einer klar datierten AI-Ökosysteme-Frist, geschlossenen aws-Calls, dem auslaufenden KMU.DIGITAL-Weg und einer separaten Forschungsprämie.
Definiere zuerst das kleinste wirtschaftlich sinnvolle Vorhaben. Wähle anschließend das Instrument, dessen aktuelle Regeln passen, ohne unterstellte Wiederöffnung oder erfundene Gesamtförderquote.
